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3. Die Zeit vor dem
1. September 1939
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In Luxemburg wurden 1939 die 100-Jahrfeiern seiner Unabhängigkeit begangen. Patriotische Feste sollten dem In- und Ausland beweisen, daß die Luxemburger willens sind ihre Eigenständigkeit zu erhalten. Die Treue zum Herrscherhaus, mithin zur politischen Führung wurde bekundet. Offiziell bekannte das Land sich zu den Abmachungen des Vertrags vom 11. Mai 1867 indem die Neutralität Luxemburgs festgehalten wurde und die Unabhängigkeit des Landes unter die Garantie der Großmächte gestellt wurde.
In der luxemburgischen Abgeordnetenkammer vom 29. August 1939 erreichte Staatsminister Pierre Dupong eine Verlängerung der im September zugestandenen Vollmachten und erhielt ebenso die Möglichkeit Wahlen hinauszuschieben, im Fall unvorhersehbarer Ereignisse. Obwohl Dupong und die Stellvertreter der verschiedenen Parteien also an die Wahrung der Luxemburger Neutralität und Abhängigkeit glaubten, so schlossen sie doch das Ärgste nicht aus. Die Luxemburger Regierung, ebenso wie die belgische, setzte sich deshalb ein um ihre Neutralität und Unabhängigkeit von den Nachbarländern garantiert zu bekommen. Die Regierung erreichte dies Ziel nach langen Verhandlungen. Deutschland erklärte die Neutralität Belgiens und Luxemburgs zu respektieren, wenn auch Frankreich Garantien abgäbe, betreffend die Neutralität Belgiens und Luxemburgs. Ende August 1939 wurden diese Erklärungen abgegeben. Das eigentliche Ziel Deutschlands war es jedoch weniger Belgien und Luxemburg zu schützen, als vielmehr, im Falle des Polenfeldzuges, den befürchteten Einfall Frankreichs ins Ruhrgebiet zu verhindern.
Die Vorbereitungen zum Angriff auf Polen waren im August 1939 schon weit fortgeschritten. Am 31. März hatte Hitler Polen ein unbefristetes Ultimatum gestellt. Die Hauptpunkte waren: Danzig zum Deutschen Reich, exterritoriale Autobahn und Eisenbahn durch den Korridor nach Danzig, Beitritt Polens zum Antikominternpakt, Verlängerung des Nichtangriffspakt, Grenzgarantie. Polen lehnte ab, da es überzeugt war, daß der Westen es schützen werde. Ab April bereitete die Wehrmacht dann auf Hitlers Befehl hin den Angriff auf Polen vor. Am 28. April kündigte Hitler den Nichtangriffpakt mit Polen und erklärte auch den deutschenglischen Flottenvertrag als hinfällig. Am 22. Mai 1939 wurde der Freundschafts- und Bündnispakt mit Italien unterzeichnet.
Hitler war sich bewußt, daß es bei der Polenfrage zum Kampf kommen würde, ja er wollte diesen Krieg zu diesem Zeitpunkt sogar, da er die neuen englischen Aufrüstungspläne befürchtete. Das Ziel war nicht nur die Einverleibung Danzigs ins Reich. Es ging Hitler um die Eroberung des Lebensraumes im Osten, eines seiner hauptsächlichen politischen Ziele. Am 23. August 1939 hatten Deutschland und die Sowjetunion einen Nichtangriffspakt unterzeichnet und in einem geheimen Zusatzprotokoll ihre Interessensphären aufgeteilt. Die Zeit zum Angriff war reif.
Der Polenfeldzug war schnell entschieden. Einen Monat nach Kriegsbeginn kapitulierte Warschau, nachdem am 19. September, völlig überraschend, sowjetische Truppen in Ostpolen eindrangen. Die polnische Armee, zahlenmäßig und technisch der deutschen weit unterlegen, konnte sich in diesem Materialkrieg nicht behaupten.
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