Histoprim - Geschichtsunterricht Online
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Die Entstehung Nazideutschlands

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Wie es zum Ausbruch des 2. Weltkrieges kam

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Die Zeit vor dem 1. September 1939

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Luxemburg zwischen dem 1. September 1939 und dem 10. Mai 1940

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Der 10. Mai 1940

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Die Flucht der Grossherrzogin und der Regierung

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Luxemburg unter der deutschen Militärverwaltung

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Die deutsche Zivilverwaltung

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Das Terrorregime der Nazis

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Das Leiden der jüdischen Bevölkerung unter dem Nazijoch

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Die organisierte Resistenz in Luxemburg

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Die Luxemburger Regierung im Exil

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Die Befreiung

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Luxemburg nach dem Ende des 2. Weltkrieges

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15. Die Befreiung

Ab 1944 vermischte die glückliche Hoffnung auf ein baldiges Ende sich jedoch mit bedrückenden Gefühlen betreffend die kommenden Kämpfe. Die Widerstandsbewegungen schlossen sich zusammen. So entstand am 23. März 1944 die Vereinigung der Resistenzgruppen, die Unio'n. In den folgenden Monaten kam es immer wieder zu Flugzeugangriffen auf strategisch wichtige Ziele in Luxemburg. So fielen am 11. Mai 1944 alliierte Bomben auf den Eisenbahnknotenpunkt in Bettemburg. Dabei wurden auch Wohnviertel getroffen und 27 Opfer in der Zivilbevölkerung gezählt. Der Hauptbahnhof Luxemburg wurde mehrmals angegriffen. Insgesamt wurden dabei 177 Bombenopfer gezählt.

Nachdem die Alliierten am 6. Juni 1944 in der Normandie gelandet waren, war die Befreiung Luxemburgs nur noch eine Frage der Zeit. Der Durchbruch der Alliierten durch die deutschen Linien fand am 27. Juli bei Avranches statt. Innerhalb eines Monats befreiten die Allierten fast ganz Frankreich und konnten Paris am 25. August 1944 befreien. Bei den Nazis in Luxemburg brach Panik aus. Aus Angst vor einem schnellen Vormarsch der Alliierten verließen die Nazis und etwa 3500 Luxemburger Kollaborateure, überstürzt, am 1. September 1944, Luxemburg, um sich hinter dem Westwall in Sicherheit zu bringen.

Die Bevölkerung war überglücklich und feierte die Flucht der Nazis. Deutsche Straßenschilder werden abgerissen, Hitlerbilder verbrannt, Mitläufer an den Pranger gestellt. Jedoch diese Freude war trügerisch, da Gustav Simon auf Befehl des Oberkommandos der Wehrmacht wieder nach Luxemburg zurückfahren mußte um die Ordnung im Hinterland aufrecht zu erhalten. So wurde die erste Septemberwoche eine angstvolle Zeit für die Luxemburger, die wieder den Nazis ausgeliefert waren. Die Deutschen versuchten in dieser Zeit so viele Güter wie möglich, hauptsächlich Lebensmittel, hinter die Grenze nach Deutschland zu bringen. Fuhrfahrzeuge wurden aufgebracht und beschlagnahmt. Die Deutschen, besonders die SS, reagierten sehr nervös. So tötete ein SS-Trupp aus Rachegefühl 6 Personen in Düdelingen. Luxemburger Geiseln wurden nach Deutschland verschleppt. Die militärischen Zerstörungen beschränkten sich im wesentlichen auf Brücken und Gleisanlagen. Die Luxemburger Wirtschaft konnte nicht zum Stillstand gebracht werden und wurde nicht nachhaltig zerstört. Dies rührt zumeist daher, daß die Befehle nicht mehr alle ausgeführt wurden.

Am 9. September 1944 war es dann soweit. Aufgeschreckt durch den imminenten Vormarsch der Amerikaner verließen Gustav Simon und die Nazis das Land zum zweitenmal. Am selben Tage überschritten die ersten amerikanischen Truppen bei Petingen die Luxemburger Grenze. Nahe Bertrange kam es zu einem Panzergefecht, wobei die deutsche Nachhut sich zurückziehen mußte. Am 10. September 1944 wurde Luxemburg-Stadt befreit. Die Freude in der Bevölkerung war groß. Stürmisch wurden die amerikanischen Soldaten, sowie Prinz Félix und Erbgroßherzog Jean, die mitgekommen waren, gefeiert.

Unter der Aufsicht der "Civil Affairs" wurde die Ordnungwiederhergestellt. Die Miliz der Unio'n wurde mit Polizeiaufgaben betraut. Kollaborateure wurden festgenommen und ins Gefängnis überwiesen. Am 23. September kehrte auch die Luxemburger Regierung aus dem Exil zurück. Ein "Commissariat au Rapatriement" wurde eingesetzt um sich um die Rückführung von rund 40000 verstreuten Luxemburgern zu kümmern. Das Parlament wurde durch Kooptation aus den Reihen der Resistenz verstärkt.

Jedoch der Krieg war noch nicht zu Ende. Im Land bestand noch immer Sperrfeuer. Obwohl die Deutschen sich fast kampflos über die Grenze zurückgezogen hatten, machten die alliierten Truppen, infolge Nachschubschwierigkeiten, an der luxemburgisch-deutschen Grenze halt und jagten den Deutschen nicht nach Deutschland hinterher. In der Folgezeit befanden sich die Our-, Sauer- und Moselebene in einem herrenlosen Gebiet, da die Amerikaner auf den Höhenzügen stehengeblieben waren. In diesem herrenlosen Gebiet kam es zu gelegentlichen Kämpfen zwischen deutschen und und amerikanischen Aufklärungstrupps, sowie sogar zu Kämpfen zwischen den Deutschen und den luxemburgischen Milizen. Am bekanntesten ist der Kampf der Viandener Miliz gegen einen Stoßtrupp der Deutschen. Dabei konnten die Männer der Waffen-SS von den Luxemburgern zurückgedrängt werden.


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