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Die Zeit vor dem 1. September 1939

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Luxemburg zwischen dem 1. September 1939 und dem 10. Mai 1940

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Der 10. Mai 1940

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Die Flucht der Grossherrzogin und der Regierung

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Luxemburg unter der deutschen Militärverwaltung

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Luxemburg nach dem Ende des 2. Weltkrieges

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Histologo

14. Die Luxemburger Regierung im Exil

Am 10. Mai 1940 war es der Großherzogin gelungen sich mit 4 Ministern ins Ausland zu begeben. Um sich der Mitarbeit mit den Deutschen zu entziehen, war die Regierung ins Exil gegangen.

Durch die Niederlage der französischen Armee führte der Weg über Paris, Südfrankreich, Spanien nach Lissabon. Ab dem 25. Juni 1940 verweilte die Großherzogin und ihre Regierung eine Weile in Portugal, abwartend wie der Krieg sich weiterentwickelte. Die Regierung hatte die Luxemburger Bevölkerung verlassen und war ob des unerwarteten Kriegsausgang unschlüssig wie es in Zukunft weitergehen solle. In dieser verworrenen Lage erreichte ein dringender Notruf der Verwaltungskommission und der Abgeordnetenkammer aus Luxemburg, durch Vermittlung der amerikanischen Botschaft in Lissabon, die Großherzogin. Die Großherzogin wurde aufgefordert auf schnellstem Wege nach Luxemburg zurückkehren, um die Zukunft des Landes zu sichern. Durch diese Nachricht kamen neue Zweifel auf. Die Großherzogin zeigte sich bereit, nach Luxemburg zurückzukehren, jedoch nicht ohne Zusicherung des Reiches, was die Unabhängigkeit Luxemburgs anbelangte. Mit der Einsetzung Simons als Chef der Zivilverwaltung in Luxemburg waren die Würfel jedoch gefallen. Die Deutschen hatten sich entschlossen Luxemburg zu annektieren. Die Rückkehr der Großherzogin wäre hierzu ein Hindernis gewesen. Auf Einladung des Präsidenten F.D. Roosevelt brachte Prinz Felix sich mit den großherzoglichen Kindern auf einem amerikanischen Kriegsschiff in die Vereinigten Staaten in Sicherheit. Die Luxemburger Regierung mußte ein weiteres Verweilen im Exil planen.

Im Regierungsrat vom 6. September 1940 wurden wichtige Entscheidungen getroffen. Außenminister Bech und Arbeitsminister Krier sollten nach London fahren, während Staatsminister Dupong und Justizminister Bodson nach Montreal in Kanada reisen sollten. Beide Länder befanden sich im Krieg gegen Deutschland. Während Großbritannien ein Frontstaat war, hatte Kanada den Vorteil, nahe den Vereinigten Staaten zu sein. Es wurde erwartet daß die Vereinigten Staaten früher oder später in den Kriegsverlauf eingriffen. Die großherzogliche Familie hatte gute Beziehungen zum amerikanischen Präsidenten, der eine Schwäche für europäische Adelshäuser hatte. Durch diese Kontakte sollte sichergestellt werden, daß die Unabhängigkeit Luxemburgs nach dem Krieg nicht in Frage gestellt würde. So hatte die Luxemburger Regierung also bereits Ende 1940 die wichtigsten Entscheidungen getroffen. In der Folgezeit sollten die guten Beziehungen zu Großbritannien und den Vereinigten Staaten ausgebaut werden. Luxemburg festigte seine Freundschaft zu Ländern die mit Großbritannien gegen Nazideutschland kämpften: Belgien, Polen die Niederlande, de Gaulle-Frankreich, Norwegen. Die Luxemburger Minister nahmen an zahlreichen Konferenzen teil. Nachkriegsluxemburg wurde während der Zeit des Exils entscheidend gestaltet. Luxemburg ließ seine Neutralitätspolitik fallen und engagierte sich auf Seiten der Alliierten. So trat das Land der atlantischen Charta bei, aus der 1945 die UNO entstehen sollte. Die wirtschaftlichen Vereinbarungen wurden getroffen die nach dem Krieg zur Bildung der Benelux führen sollten. Luxemburger Kriegsfreiwillige meldeten sich in die ArmeenKanadas und Frankreichs. 1944 wurden die Luxemburger in der belgischen Brigade Piron zusammengefaßt. 1944 führte die Luxemburger Regierung den obligatorischen Militärdienst für Luxemburger ein.

Die Exilregierung mußte versuchen den Kontakt zur Bevölkerung aufrechtzuerhalten. So hatte die Luxemburger Regierung regelmäßige Sendezeiten bei der BBC in denen sich die Großherzogin, sowie die Minister, an die Bevölkerung wenden konnten, um die Luxemburger zu ermutigen und zu informieren. Die Luxemburger Regierung leitete Informationen von luxemburgischen Resistenzler an die Alliierten weiter. Des weiteren war es ein Anliegen der Regierung den Luxemburger, die nach Großbritannien über Spanien kamen, weiterzuhelfen, wenn auch nur mit mäßigem Erfolg. Die meisten dieser Luxemburger wurden in Spanien aufgegriffen und in ein Sammellager gesperrt. Es dauerte sehr lange bis die spanischen Behörden diese Luxemburger freiließen, was nach dem Kriege zu erbitterten Vorwürfen führte. Gegen Ende des Krieges versuchte die Luxemburger Regierung die luxemburgischen Gefangenen, die in der Sowjetunion gefangen waren freizukriegen. Wegen des anhaltenden Krieges kehrten die in Gefangenschaft geratenen Zwangsrekrutierten erst nach dem Ende des Krieges nach Luxemburg zurück. Auch gab es Verzögerungen beim Rapatriieren der Umgesiedelten und KZler, was diese nach der Rückführung der Regierung ankreideten.

Des weiteren wurde besonders ab 1943 der Übergang Luxemburgs in die Freiheit vorbereitet. Die Epuration der Kollaborateure, ebenso wie der wirtschaftliche Aufbau des Landes wurden vorbereitet.

Besonders belastend für die Exilregierung mußten 1942 die Hinrichtungen nach dem Generalstreik, sowie die Einführung der Wehrpflicht in Luxemburg sein. Tatenlos mußte die Regierung dem Terror der Deutschen zusehen. Während die luxemburgische Jugend im Osten verblutete, arbeiteten die Nazis die Neuansiedlung von Deutschen in Luxemburg aus.

Nach der deutschen Niederlage bei Stalingrad begab sich die ganze Luxemburger Regierung nach London. Nach der Landung in der Normandie, erreichten Prinz Felix und Erbgroßherzog Jean am 10. September 1944 mit einer Vorhut der amerikanischen Armee Luxemburg, wo sie überschwenglich gefeiert wurden. Die Rückkehr der Regierung ließ jedoch noch auf sich warten, da Luxemburg zum Kriegsgebiet geworden war und die Amerikaner die Rückkehr nicht gestatteten. Bis zum Eintreffen der Regierung übernahm die "Unio'n" der Resistenzorganisationen die Zivilbereiche, die die amerikanische Militärverwaltung nicht ausführen wollte. Durch die Rundstedtoffensive zögerte sich die Rückkehr der Großherzogin bis zum 14. April 1945 hinaus. Während die Großherzogin gefeiert wurde, wurde der Regierung die Entbehrungen, unter denen die Bevölkerung zu leiden hatte, angelastet. Trotz der Vorwürfe von Seiten der Zwangsrekrutierten, der Resistenzler, der Unio'n, den Freiwilligen der Brigade Piron wurden die Minister der Luxemburger Exilregierung bei den Wahlen am 21. Oktober 1945 wiedergewählt und bestätigt.

Die Flucht der Großherzogin und der Regierung, die überwiegend glückte, muß als Zeichen des Protestes gegen die Besetzung des Landes verstanden werden. Während des Exils konnte die politische Zukunft Luxemburgs nach dem Zweiten Weltkrieg entscheidend gestaltet werden. Wären die Großherzogin und die Regierung in Luxemburg geblieben hätten sie sich möglicherweise durch eine zwangsläufige Kooperation mit den Deutschen kompromitiert. So jedoch war Luxemburg nach dem Zweiten Weltkrieg, anders als nach dem Ersten Weltkrieg, ein Verbündeter der Alliierten.


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