Histoprim - Geschichtsunterricht Online
  Zur Lehrerseite l Zur Schülerseite l Links l Arbeitsgruppe Geschichte
 

Lehrerseite
Inhalte
-

Die Entstehung Nazideutschlands

-

Wie es zum Ausbruch des 2. Weltkrieges kam

-

Die Zeit vor dem 1. September 1939

-

Luxemburg zwischen dem 1. September 1939 und dem 10. Mai 1940

-

Der 10. Mai 1940

-

Die Flucht der Grossherrzogin und der Regierung

-

Luxemburg unter der deutschen Militärverwaltung

-

Die deutsche Zivilverwaltung

-

Das Terrorregime der Nazis

-

Die Kollaboration

-

Das Leiden der jüdischen Bevölkerung unter dem Nazijoch

-

Die organisierte Resistenz in Luxemburg

-

Die Zwangsrekrutierung der Luxemburger Jugend

-

Die Luxemburger Regierung im Exil

-

Die Befreiung

-

Die Rundstedtoffensive

-

Luxemburg nach dem Ende des 2. Weltkrieges

-

Bibliographie

Interaktiv
Publikationen
Links/Infos
Geschichtsdidaktik
Zurück
Histologo

12. Die organisierte Resistenz in Luxemburg

Nach dem 10. Mai 1940 hatte der Oberbefehlshaber des Heeres versprochen die Eigenständigkeit Luxemburgs zu respektieren. Die Luxemburger verhielten sich passiv und abwartend, hoffend, daß die Großherzogin zurückkehren werde und, daß das Land seine Eigenständigkeit wie im 1. Weltkrieg behalten werde. Nur wenige hatten bereits am 10. Mai 1940 eine eindeutig ablehnende Haltung Deutschland gegenüber. Diese wenigen verließen das Land, um auf Seiten der Alliierten gegen Deutschland zu kämpfen.

Mit der Einsetzung Simons als Chef der Zivilverwaltung änderte sich jedoch die Haltung der Luxemburger. Simon wollte das freiwillige und ausdrückliche Bekenntnis der Bevölkerung zum Deutschtum erreichen. Die Luxemburger fühlten sich von Simons Änderungen drangsaliert. Die Sprachenverordnung machte klar, daß die Eigenart Luxemburgs nicht mehr berücksichtigt werde und bewirkte die ersten Proteste. Die Schulsäle wurden fortan durch ein Bild des Führers geschmückt. Viele der 1939 gepflanzten Freiheitsbäume wurden gefällt. Familiennamen und Symbole der Unabhängigkeit wurden verdeutscht, respektiv abgeschafft.

Um ihren Patriotismus zur Schau zu stellen, trugen ab Mitte August viele Luxemburger offen luxemburgisch-nationale Abzeichen. Viele wurden daraufhin von Nazisympathisanten verprügelt. Der "Spéngelskrich" war entbrannt. Die Luxemburger trugen den aus Geldmünzen gestanzten Kopf der Großherzogin als Abzeichen. Die Abzeichen von 1939 wurden ostentativ gegen die Abzeichen der VdB und der NSDAP getragen. Es kam zu Handgreiflichkeiten mit Schlägertrupps der VdB. Prügel und Festnahme waren die Folge für zahlreiche Demonstranten. Das Eingreifen der Gestapo machte klar wer über die Macht verfügte. Am 21. Oktober 1940 sollte die "Gëlle Fra", ein Denkmal für die Luxemburger Freiwilligen des Ersten Weltkrieges, die auf Seiten der Franzosen kämpften, 1923 eingeweiht, niedergerissen werden. Eine große Menschenmenge fand sich zusammen und äußerte antideutsche Rufe wie "Wir wollen keine Preussen werden" sowie Schimpfereien. Die Demonstranten waren vor allem Schüler des Gymnasiums. Kleine Gruppen zogen durch die Stadt und äußerten ihren Unmut.

So äußerten die Luxemburger offen Resistenz gegen die Germanisierungsversuche der Nazis. Am Nachmittag fand sich eine größere Menge Menschen ein und ließ ihren deutschfeindlichen Gefühlen freien Lauf. Männer der Sicherheitspolizei wurden eingesetzt. Sie zerstreuten die Versammlung und nahmen 48 Personen vorübergehend fest.

Allgemein gesehen kann man zwischen passiver und aktiver Resistenz unterscheiden. Da das Nazisystem ausführlich verlangte, daß die Luxemburger sich aktiv zum Deutschtum bekennen sollten kann mit Recht behauptet werden, daß die gänzliche Bevölkerung, mit Ausnahme der Kollaborateure, passive Resistenz leistete. Erst das patriotische Grundklima und die latente Hilfsbereitschaft ermöglichten es der aktiven Resistenz tätig zu werden.

Die erste Aufgabe einer solchen aktiven Resistenz mußte die patriotische Propaganda sein. Da die Presse gänzlich unter der Kontrolle Simons war konnte der Widerstand sich nicht genügend äußern. Zuerst mußten geheime Organisationen gegründet werden, die dann im Untergrund aktiv werden konnten.

Mitte August 1940 trafen sich in Esch/Alzette die Scoutschefs des Süddistriktes und beschlossen den Deutschen Widerstand zu leisten. Als die Scoutorganisationen aufgelöst wurden, bestanden sie im geheimen weiter.

Weitere Widerstandsgruppen wurden gegründet: die Lëtzeburger-Patriote-Liga (Raymond Petit) in Echternach, Trei Lëtzeburger Studenten (TLS) (Camille Sutor in Diekirch), Lëtzeburger Legioun (LL) (Aloyse Raths in Bissen), Lëtzebuerger Patriote Liga in Clerf (LPL) (Alphonse Rodesch), Lëtzeburger Fraiheets-Bond (LFB) mit Aktionszentrum in Düdelingen. Von den Luxemburger Parteien arbeitete lediglich die Kommunistische Partei im Untergrund weiter.

Die ersten Aktivitäten dieser Resistenzgruppen war es den Deutschen eine eigene, luxemburgische Propaganda entgegenzusetzen. Dies wurde erreicht durch Flüsterpropaganda, Herstellung und Verbreitung von Flugblättern, Austeilen von Photos und Abzeichen. Naziplakate wurden zerstört, um der Gemanisierungspolitik des Gauleiters entgegenzuwirken. In geheimen Druckereien wurden die patriotischen Propagandamittel hergestellt. Ambekanntesten ist die Geheimdruckerei im Friedhof von Rümelingen. Hier wurden in einer leeren Grabkammer Tausende von Flugblättern gedruckt.

Diese Flugblätter dienten im besonderen dazu, die Bevölkerung über die Personenstandsaufnahme vom 10. Oktober 1941 aufzuklären. Bei dieser Volkszählung wollte der Gauleiter die Luxemburger zwingen, sich formal zum Deutschtum zu bekennen, indem sie bei drei Fragen über Staatsbürgerschaft, Muttersprache und Volkszugehörigkeit mit "deutsch" antworten sollten. Die Widerstandsbewegungen enthüllten den Luxemburgern die wahre Absichten der Deutschen und machten auf die Gefahr der Einführung der allgemeinen Wehrpflicht für die Luxemburger aufmerksam. Sie forderten die Luxemburger auf mit "dreimal lëtzebuergesch" zu antworten. Die Auszählung der Stimmzettel ließ erkennen, daß die Luxemburger dem Aufruf der Resistenz folgten und sich zu ihrem Luxemburgertum bekannten. Um zu reagieren verhängten die Nazis die Todesstrafe für die Resistenzler. Großangelegte Razzien wurden in den Widerstandskreisen durchgeführt. Mehr als 300 Personen wurden verhaftet und in das Sonderlager Hinzert eingewiesen. Die Personenstandsaufnahme war ohne Zweifel eines der größten Erfolge der luxemburgischen Resistenz. Der 10. Oktober ist deshalb auch ein großer nationaler Erinnerungstag in Luxemburg.

Patriotische Propaganda war jedoch nicht das einzige Tätigkeitsfeld der Resistenzler. Die Einführung der RAD-Pflicht und insbesondere die Einführung der Zwangsrekrutierung ließ eine neue Tätigkeit entstehen: die Passeurdienste. Da sich viele Luxemburger zur Fahnenflucht entschlossen, gab es bald, ob der räumlichen Enge des Großherzogtums Schwierigkeiten die Jugendlichen in geeigneten Verstecken unterzubringen. Die jungen Luxemburger mußten also über die Grenze nach Belgien und Frankreich geleitet werden. Mit Hilfe der Resistenzorganisationen wurde ein Netz von Fluchtwegen aufgestellt. Luxemburgische, belgische und französische Wegehelfer, "Passeure", halfen mehr als 1100 Deserteuren und politisch Verfolgten über die Grenze zu gelangen. Falsche Papiere mußten ausgestellt werden. In Südfrankreich richtete Albert Ungeheuer ein Auffangzentrum bei Ancizes in der Nähe von Clermont-Ferrand ein. Manche Luxemburger die dort ankamen, wollten weiter nach England, um an der Seite der Alliierten gegen Nazideutschland zu kämpfen. Der Weg nach England führte über Spanien und Portugal und war gefährlich. Die meisten Luxemburger wurden in Spanien aufgegriffen und wurden monatelang ins berüchtigte Lager Miranda-del-Ebro gesperrt. Die Luxemburger Regierung im Exil versuchte sie so schnell wie möglich freizubekommen, hatte jedoch mit der verzögernden Haltung des faschistischen Franco-Spanien zu tun. Auch mußte oft den Angehörigen von Festgenommenen geholfen werden. Diese Hilfe stellte eine wachsende Aufgabe dar, da der Terror in Luxemburg wuchs.

Im Ausland gelang es vielen Luxemburgern sich aktiv am Kampf gegen Nazideutschland zu beteiligen. Zuerst seien die "Maquisards" genannt. Rund 400 Luxemburger kämpften in Frankreich und Belgien bei den Untergrundtruppen des Maquis. In Frankreich waren sie eingegliedert in die FFI (Forces Françaises de l'Intérieur), in Belgien gehörten sie zu den Reihen der "Les Insoumis" und der "Armée Blanche". 69 Luxemburger wurden während des Krieges in den Reihen des Maquis getötet. Aus den Reihen der Zwangsrekrutierten und übrigen jungen Luxemburgern gelang es rund 220 Luxemburger Freiwilligen in den Truppen der Alliierten am Kampf gegen Deutschland zu dienen. Die meisten dieser Luxemburger wurden am Ende des Krieges in der belgischen Artilleriebrigade unter der Leitung des belgischen Lieutnant-Colonel Piron verpflichtet. Diese Brigade beteiligte sich an der Landung in der Normandie und war in Belgien und den Niederlanden aktiv. Erbgroßherzog Jean gehörte der britischen Einheit "Irish Guards" an. Andere Freiwillige gehörten den Forces Françaises Libres an. In der Roten Armee dienten 5 Luxemburger.

Die Resistenzorganisationen verrichteten auch Spionagetätigkeiten. Politische und wirtschaftliche Auskünfte wurden nach London übertragen. Der LVL gelang es die Pläne der geheimen deutschen Raketenbasis in Peenemünde nach London zu übertragen. Diese Nachrichteninformation war durch Luxemburger im Arbeitsdienst nach Luxemburg gelangt. Daraufhin konnte die Royal Air Force am 18. August 1943 einen Bombenangriff auf Peenemünde verüben.

Sabotageakte wurden in Luxemburg äußerst selten verübt. Das Land war einfach zu klein dazu. Es war zu schwer sich den Repressalien der Deutschen zu entziehen. Dennoch wurden einzelne Aktionen verübt. Am 28. Juni 1942 entgleiste ein Güterzug zwischen Roodt/Syr und Betzdorf. Am 30. August 1944 erfolgte ein Anschlag der Armée Blanche auf einen Zug zwischen Wiltz und Bastogne. Anschließend wütete die Gestapo jeweils blutig in der Bevölkerung, so daß weitere Aktionen kaum möglich waren.

Wer waren die Luxemburger, die in der Resistenz organisiert waren? Es ist nur schwer möglich, aufgrund mangelnder Karteien, die Resistenz quantitativ zu erfassen. Die Unio'n zählte für die Nordkantone, Diekirch, Vianden, Clerf, Wiltz, im September 1944 1869 Mitglieder, ca. 4,32% der Bevölkerung.

Im allgemeinen geht man von 10000 Patrioten in den verschiedenen Resistenzgruppen aus, ca. 3,44% der Bevölkerung. 92% der Leute im organisierten Widerstand waren Männer. Etwa 40% der in der Resistenz Aktiven waren zwischen 15 und 30 Jahre alt.

Die Resistenz war vor allem das Werk der Jugend. Viele Resistenzgruppen wurden von Jugendlichen gegründet. So ist es auch nicht verwunderlich, dass Simon vor allem in den Lyzeen gegen die Resistenzaktionen wütete. In Diekirch wurden 60 Schüler der Schule verwiesen. 94 Schüler des Escher Knabenlyzeums wurden, nach dem Generalstreik vom 30. August 1942 zur Umerziehung nach Burg Stahleck geschickt, sowie 60 Mädchen aus dem Escher Mädchenlyzeum nach Adenau überwiesen wurden. Viele wurden der Schule verwiesen.

Rückblickend wollen wir hier einen Überblick über die Luxemburger Resistenzorganistionen und deren Tätigkeiten geben:

Die LPL, "Lëtzeburger Patriote-Liga", entstand Ende 1940 in Echternach und in Clerf und gewann rasch landesweite Bedeutung. Ihre Haupttätigkeiten waren das Verteilen von Flugzetteln anläßlich der "Personenstandsaufnahme" des 10. Oktober 1941 und des Streiks im August/September 1942, die Herstellung und Verteilung von Photomontagen der großherzoglichen Familie. Sie gab die Untergrundzeitungen "Ons Hémecht" und "De freie Lëtzeburger" heraus, desweiteren übermittelte sie Geheimnachrichten an die Alliierten in London. Nachdem die Gestapo mehrere Razzien innerhalb der LPL veranstaltet hatte, verband sie sich mit anderen Organisationen zur Unio'n, Vereinigung der Widerstandsbewegungen.

Die LVL, "Lëtzeburger Volleks Legio'n" entstand aus dem Zusammenschluß der "Lëtzeburger Legio'n und der Lëtzeburger Scouten im Juni 1941 und operierte vor allem im Norden, im Zentrum und im Osten des Landes. Ihre Haupttätigkeiten waren die Beteiligung an der Kampagne gegen die "Personenstandsaufnahme" vom 10. Oktober 1941 und am Aufruf zum Streik vom 31. August 1942. Zusammen mit anderen Gruppen richtete sie geheime Verstecke für Luxemburger Wehrdienstverweigerer und Fahnenflüchtige ein. Besonders hervorzuheben ist ihr Nachrichtendienst, der nach London über die Abschußrampen der V1- und V2-Raketen in Peenemünde berichtete. Dies führte zur Bombardierung eben dieser Rampen. Zwischen Oktober und Dezember 1943 verhaftete die Gestapo zahlreiche Mitglieder der LVL. Im März 1944 schloß sich die LVL der Unio'n an.

Die LRL, "Lëtzeburger Ro'de Lé'w" wurde im Oktober 1941 in Oberkerschen gegründet. Besonders aktiv war diese Organisation im Süden, im Zentrum und im Westen des Landes tätig, und zwar vor allem beim Aufbau von Fluchtwegen nach Frankreich. Unter den zahlreichen Geheimverstecken ist besonders der "Hondsbösch" bekannt, eine stillgelegte Grube bei Niederkorn, in der 121 Wehrdienstverweigerer versteckt waren. Zwischen August 1942 und Januar/Februar 1943 wütete die Gestapo mit Razzien und Verhaftungen. Im März 1944 war die LRL Gründungsmitglied bei der Unio'n.

Die PI-Men "Patriotes Indépendants" waren aus Sicherheitsgründen nur wenig gegliedert. Sie entstanden 1941 in Differdingen. Ihre Mitglieder waren als Fluchthelfer für über 1200 entwichene Kriegsgefangene, politisch Verfolgte, Kriegsdienstverweigerer und Fahnenflüchtige tätig. Differdingen wurde zum Hauptfluchtweg nach Frankreich. Die Pi-Men errichteten ein Auffangzentrum für Flüchtlinge in der Nähe von Clermont-Ferrand, "les Ancizes". Über die Vermittlung belgischer und französischer Widerstandsnetze überbrachten sie Nachrichten nach London.

Die LFB, "Lëtzeburger Freihétsbewegong entstand im Dezember 1940 in Rümelingen. In einer ungenutzten Grabkammer des Rümelinger Friedhofs errichtete die LFB eine geheime Druckerei, in der unermüdlich Flugblätter gegen den deutschen Besetzer hergestellt werden. Sie wirkte als Fluchthelfer für Wehrdienstverweigerer und Deserteure. Sie belieferte die Alliierten in London mit Berichten über die Lage im Großherzogtum und über Militäranlagen in Deutschland und Frankreich.

Der LFB, "Letzeburger Freihétsbond", entstand in Neudorf. Vor allem im Raum Düdlingen-Bettemburg baute er Verstecke und Fluchtwege für Wehrdienstverweigerer und Fahnenflüchtige auf. Im September 1944 schloß sich diese Organisation der Unio'n an.

Im Juni 1940 wurde die kommunistische Partei verboten. Die KPL-ALEF "Aktiv Enhétsfront géint de Faschismus" rief zum Wiederaufbau der Gewerkschaften auf und setzte ihren Widerstandskampf im Untergrund fort. Ab Februar 1941 verbreitete sie die Untergrundzeitung "Die Wahrheit". Im August 1942 lichteten zahlreiche Verhaftungen die Reihen der KPL.

Die LFK, "Letzeburger Freihétskämpfer" wurde im Januar 1941 in Differdingen gegründet, jedoch durch die Verhaftungen der Gestapo am 5. November 1941 bereits in ihrer Anfangsphase zerrieben.

In Schifflingen entstand im Juni 1941 die Alweraje, nach den Anfangsbuchstaben der Vornamen der Gründer. Sie gab die Untergrundzeitung, "Ons Zeidong o'ni Maulkuerw" heraus und verteilte Flugblätter anläßlich der Personenstandsaufnahme". Im Februar 1942 wurde die Organisation durch Razzien aufgelöst.

Die als größte bekannte Aktion der luxemburgischen Resistenz ist der Streik von 1942 geblieben. Am 30. August 1942 verkündete Simon die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht für Luxemburg, die "Zwangsrekrutierung". Am 31. August 1942 brach in Wiltz ein Streik aus. Die Streikbewegung erreichte im Laufe des Morgens Diekirch, Ettelbrück. In der Schifflinger Eisenhütte legten 2000 Arbeiter die Arbeit nieder. Bis zum 2. September 1942 weitete der Streik sich aus. Stahlwerke, wie Differdingen und Düdelingen, Eisenerzgruben wie Tetingen und Rümelingen, Schüler der Lyzeen in Esch, in Echternach, zukünftige Lehrerinnen der Normalschule beteiligten sich daran. Bauern verschütteten die Milch. Simon bekam die Lage nur durch größten Terror in den Griff. Der Belagerungszustand wurde ausgerufen, 21 Personen zum Tode verurteilt und sofort erschossen. Selbst in der ausländischen alliierten Presse erschienen Berichte über den Luxemburger Generalstreik. Die Luxemburger bekannten sich an diesen Tagen klar gegen Nazideutschland. Durch den Streik wurde wahrscheinlich verhindert, daß noch ältere Jahrgänge, wie es im Elsaß und Lothringen der Fall war, in die Wehrmacht eingezogen wurden.


Back




© 1998 - 2003 Histoprim