![]() |
||
| Zur Lehrerseite l Zur Schülerseite l Links l Arbeitsgruppe Geschichte | ||
|
Informationen zu den Wallburgen in Luxemburg Lehrerinformation Sind die Anlagen selbst sehr geheimnisvoll, so ist ihre Erforschung es auch! In der Tat geht aus der Fülle von Bezeichnungen für diese Wehranlagen hervor, dass die wissenschaftliche Forschung hier in unserem Land noch viele Fragen offenlässt. Vor allem die zeitliche Eingliederung in historische Epochen stellt die Wissenschaftler immer noch vor grosse Probleme, sowie die siedlungsgeschichtlichen Auswirkungen einer solchen Burg und dann natürlich auch die jeweilige "eigene" Geschichte des Objektes (Gründung, Zweck, Zerstörung, Überbauung...) In Luxemburg sind augenblicklich um die 40 solcher "Fliehburgen" bekannt. Die einzigen ausreichend erforschten sind der Titelberg und die Alburg in Befort. Bei allen anderen gibt es wohl Pläne und Beschreibungen, ihre Erforschung geht aber nicht über Zufallsfunde hinaus! Systematische, und vor allem über das Einzelobjekt hinausragende Erkenntnisse sind also nicht oder kaum vorhanden. Man kann die Verteidigungsanlagen nach dem Kriterium ihrer Nutzung in zwei Gruppen unterteilen: Inwiefern beide Funktionen von ein und demselben Objekt erfüllt wurden, kann man heute noch nicht eindeutig sagen. Der Titelberg ist hier auszuklammern. Er ist allein schon von seiner Ausdehnung her das grösste Befestigungswerk im Trevererraum. Er erfüllt alle Voraussetzungen für ein keltisches Oppidum. Man kann also von einer für diesen Zeitpunkt befestigten Stadt mit sozialer Differenziation und Industrie sprechen. Ein weiterer Faktor ist, dass die Befestigungen sehr oft von den römischen Besatzern und später auch von den Franken benutzt wurden, und somit eine kontinuierliche Besiedlung über viele Jahrhunderte gegeben ist. Am Beispiel des Titelbergs ist dies leicht nachzuvollziehen. Sehr oft kann die topographische Karte bei der Entdeckung der Burgwälle grosse Dienste leisten. Als die Namengebung erfolgte, müssen also noch beträchtliche Mauerreste vorhanden gewesen sein. Wichtig ist von Anfang an zu bemerken, dass der Grundrisstyp des einzelnen Objektes nichts über die zeitliche Zuordnung der Siedlung aussagt, sondern lediglich der jeweiligen Geländebeschaffenheit angepasst ist. Unterscheiden kann man folgende Grundrisstypen: An dieser Stelle ist zu bemerken, dass die meisten dieser Burgen an schwerzugänglichen Stellen errichtet wurden. Meist an Schichtstufenvorsprüngen (Questavorsprüngen), die durch steilabfallende Felsen nach drei Seiten hin gesichert sind. An der vierten Seite, die die Verbindung zum Plateau bildet und von daher leicht zugänglich ist, steht dann der massive Wall. Es mag wohl sehr oft auch Seitenbefestigungen gegeben haben, da hier die Gefahr aber nicht so gross war, waren diese auch weniger stabil und es ist heute sehr schwer Überreste davon zu finden. Durch die exponierte Lage kam dann auch noch die Möglichkeit der Überwachung des Landes hinzu. So findet man viele Burgen an wichtigen Durchgangsstellen: so zum Beispiel im Alzettetal, dessen engste Stelle, die Kléck, zwischen Lorentzweiler und Lintgen gleich durch 3 Burgen geschützt/überwacht wurde: Lorentzweiler-Kasselt; Prettange-Fléikert, Lintgen-Burgberg. Auch in der Bauweise der Wälle selbst kann man zwei Stile unterscheiden: Man nimmt heute an, dass auf jedem Typ von Wall hölzerne Palisaden standen, die ihn noch erhöhten und unzugänglicher machten, die Verteidigung also erleichterten. Bei der Datierung kommt man vorerst über Vermutungen nicht hinaus. Der Grundsatz gilt, dass ohne Systematische Ausgrabungen keine Sicherheit in Datierungsfragen bestehen kann! Ausnahmen sind hier die Beiden oben schon erwähnten Befestigungen Titelberg, das in spätkeltischer Zeit und Alburg-Befort, das in der älteren Hunsrück-Eifel-Kultur, also in der Hallstattzeit der Eisenzeit gegründet wurde. Hinweise können Bauspuren, Kulturreste, Münzen, ... geben. Solange sie jedoch nicht systematisch vergleichbar gemacht werden, lassen sie Vermutungen zu. So kann ein römischer Ziegel, der in einem Wall gefunden wird, natürlich einen Hinweis darauf geben, dass der Wall in römischer Zeit entstanden ist. Es kann aber auch heissen, dass er in nachrömischer Zeit entstanden ist, und dass man sich z.B. der Ruine einer Villa bediente, um an Material zu gelangen. Feststeht hier nur, dass der Wall nicht in vorrömischer Zeit entstehen konnte. Mehr über die zeitliche Zuordnung bei den einzelnen Befestigungsanlagen selbst. Um das Vorkommen der Burgen auf unseren heutigen Luxemburg einordnen zu können, so gliedern wir das Land für unsere Zwecke in Oesling, das Gutland mit der Moselgegend und schliesslich im Süden die Minettegegend. |
||||||||||||||||||||||||
|
|
|
|
|
| © 1998 - 2003 Histoprim |