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Lehrerinformation
Die ZeitleisteDie Zeitleiste ist eine räumlich-anschauliche Umsetzung des abstrakten historischen Zeitverlaufs. Ihr Komplexitätsgrad kann sehr unterschiedlich sein. Der moderne Geschichtsunterricht beschäftigt sich exemplarisch und problemorientiert mit Schwerpunktthemen, die aus dem Bereich der Sozial-, Alltags-, Gesellschafts- oder Strukturgeschichte kommen. Die Arbeit an der Zeitleiste gibt den Schülern die Möglichkeit, diese Themen, die oft inselgleich und ohne chronologische Anbindung nebeneinanderstehen, zeitlich einzuordnen. Sie erlaubt ihnen die Einzelthemen einzufügen, Bezüge herzustellen, Entwicklungen und Brüche zu erkennen. Die Entwicklung eines linearen Zeitbewusstseins gehört zu den Zielen des Geschichtsunterrichts. Die Zeit ist für die Schüler nicht sinnlich wahrnehmbar. Es kann nicht davon ausgegangen werden, dass sie ihr geschichtliches Wissen allein in eine geordnete zeitliche Vorstellung bringen können. Es ist deshalb am Geschichtsunterricht, ihnen beim Aufbau dieser Fähigkeit zu helfen. Die Zeitleiste ist dazu ein ideales Werkzeug, das ihnen erlaubt, ihre «Wissensinseln» auf eine anschauliche Weise chronologisch zu verankern. Übrigens kann die Entwicklung eines linearen Zeitverständnisses schon vor Beginn des offiziellen Geschichtsunterrichts, z.B. im Eveil-Unterricht, geübt werden. Die Schüler entwickeln eine Zeitleiste, die den Ablauf eines bestimmten Tages wiedergibt. Später erstellen sie ihre eigene Biographie, von der Geburt bis zur Gegenwart. Die Zeitleiste kann mit Erinnerungsstücken, Fotos oder Zeichnungen angereichert werden. Eine Ausweitung in die Vergangenheit erfolgt durch die Einbeziehung der Eltern- und Großelternbiographien. Die Zeitleiste setzt den abstrakten Begriff «Zeit» in eine räumliche Darstellung um. Sie soll den Schülern eine globale Orientierung über die Erd- und Menschheitsgeschichte geben. Als erstes soll sie ihnen einen Eindruck davon vermitteln, welch kleiner Teil der Erdgeschichte die eigentlich geschichtliche Periode einnimmt. Meist stellt man den Beginn der Zeitleiste durch eine Spirale (oder durch ein Wollknäuel) dar. Je länger die Darstellung (Schulgang, Schulhof), desto eher werden die Ausdehnung und die Proportionen des gesamten Zeitraums für die Schüler erfahrbar. Auf keinen Fall soll man innerhalb der durchlaufenden Zeitleiste Maßstabsveränderungen vornehmen. Das würde die Schüler zu falschen Vorstellungen verleiten. Eine Maßstabsänderung kann nur neben der globalen Zeitleiste ausgeführt werden und muss im voraus mit den Schülern ausführlich besprochen werden. Das Rückgrat der Zeitleiste bildet die Zeitskala. Dem Zeitstrahl werden nach und nach die Daten, Namen, Ereignisse, Entwicklungen zugeordnet, die im Geschichtsunterricht behandelt werden. Die einzelnen Epochen können durch Farben markiert werden. Hat man Platz genug, empfiehlt es sich, die Zeitleiste mit Bildern, Symbolen oder Grafiken anzureichern. Es hat allerdings keinen Sinn, sie mit Eintragungen zu überladen, sonst geht ihre Übersichtlichkeit verloren und sie verfehlt ihr Hauptziel, nämlich den Schülern als Orientierung zu dienen. Zeitleistenarbeit soll handlungsorientiert sein, sie soll von den Schülern selbst entwickelt werden. Sowohl bei der Planung als auch bei der Ausführung soll die Klasse ständig einbezogen werden. Selbstgezeichnete Bilder ergeben einen Gewinn an Motivation und Identifikation. In der Anfangsphase einer Thematik ermöglicht die Zeitleiste die Anknüpfung an den schon behandelten Stoff. Auch kann die Klasse damit die erarbeitete Materie wiederholen, zusammenfassen oder vergleichen. Durch das Zeitleistenstudium erfahren die Schüler, dass einzelne Perioden sehr intensiv behandelt werden, andere dagegen nur oberflächlich oder auch gar nicht. Sie begreifen also selbst das Prinzip des Geschichtsunterrichts, das auf Auswahl und Schwerpunktsetzung begründet ist. Lücken können ggf. durch eigene Erkundung gefüllt werden. Fächerübergreifender Einsatz ist wünschenswert. Historische Daten, die sich z.B. im Literaturunterricht ergeben, kann man problemlos einfügen. Bibliographie Michael Sauer: Die Zeitleiste in: Hans-Jürgen Pandel e.a. (Hrsg.): Handbuch Medien im Geschichtsunterricht Schwalbach/Ts., Wochenschau Verlag, 1999 Margareta Turk: Zeitleiste und Geschichtsfries in: Waltraud Schreiber (Hrsg.): Erste Begegnungen mit Geschichte. Grundlagen historischen Lernens. Band 1 Neuried, Ars una, 1999
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