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Lehrerinformation
Lernort DenkmalDenkmäler treten in unterschiedlichen Formen auf: - in plastischer oder archtektonischer Gestalt, - als Gedenktafel oder -stein, - als Gedenkort, an dem eventuell eine Tafel oder ein Bildnis auf die Denkmalfunktion hinweist, - in der Benennung von Straßen oder Plätzen nach historischen Ereignissen oder Persönlichkeiten, - als Gebäude, das ursprünglich nicht als Denkmal errichtet wurde aber durch seine kulturelle oder politische Wichtigkeit einen nicht beabsichtigten Erinnerungswert erhalten hat. Die meisten Denkmäler in unserem Land entstanden im 19. und 20. Jahrhundert. In der Anfangszeit unserer Unabhängigkeit dienten viele der nationalen Identitätsstiftung. Auch einzelne Bürger wurden für spezielle Leistungen auf dem Gebiet der Kunst, der Wissenschaften, des technischen Fortschritts oder der Politik von ihren Nachfahren durch Denkmäler geehrt. Eine spezielle Art sind die Mahnmale, die zum Beispiel der Opfer des 2. Weltkriegs gedenken. Das Denkmal verweist zuerst einmal auf die Vergangenheit. Es wurde errichtet als Erinnerung an ein bestimmtes Ereignis oder an eine bestimmte Persönlichkeit. Es hat aber auch einen Bezug zur Zeit seiner eigenen Entstehung. Die Initiatoren geben darin ihre eigene Weltanschauung, ihr eigenes Werturteil über Personen und Ereignisse zu erkennen. Sie wollen damit bestimmte Urteile und Sichtweisen hervorrufen oder unterdrücken, verstärken oder abschwächen. Auch die Zukunft wird von den Initiatoren in ihr Projekt einbezogen. Das Denkmal soll auf lange Zeit die Erinnerung an ihre Interpretation gewährleisten. Infolgedessen können Denkmäler nicht den Anspruch erheben objektiv zu sein. Sie sind ein selektiver Zugriff auf die Vergangenheit, eine subjektive Interpretation des dargestellten Ereignisses durch ihre Initiatoren. Nach einer gewissen Zeit tendiert die Botschaft, welche die Initiatoren für die Zukunft garantieren wollten, dazu nachzulassen und schließlich sogar zu verschwinden. Die Ikonographie des Denkmals wird - außer für Spezialisten - unverständlich. Das dargestellte Ereignis - wenigstens die vom Initiator dargestellte Interpretation - verschwindet aus dem kollektiven Gedächtnis und das Denkmal wird zum reinen Kuriosum. Schüler und Denkmal Die Denkmäler in den Geschichtsunterricht einbeziehen erweist sich als sinnvoll, weil sie den Schülern den Zugang zu einem Ereignis auf eine motivierende Weise möglich machen. Die Schüler staunen über das Monument, über die oft unverständlichen Inschriften und die manchmal doch sehr geheimnisvolle Ikonographie. Das macht sie neugierig und regt sie an nachzuforschen über die Personen und Ereignisse, die Thema des Denkmals sind. Die Schüler fotografieren das Denkmal, beschreiben und vermessen es und notieren die Symbole und Inschriften. Die Arbeit am Monument wirft eine Reihe Fragen auf: Woran erinnert das Denkmal? Wer waren die Menschen, deren Namen auf der Gedenktafel steht? Was haben sie besonderes geleistet, dass man ihnen ein Denkmal errichtet hat? Aber auch die Erbauer werden zum Ziel der kindlichen Neugier: Wer hat das Denkmal erbaut resp. bezahlt? Wann wurde es errichtet? Welche Ziele verfolgten die Erbauer mit seiner Errichtung? Die Schüler ziehen andere Quellen zurate: Familienmitglieder, Bekannte, lokale Publikationen etc. um auf diese Fragen eine Antwort zu finden. Schon die Primärschüler sind durchaus in der Lage zu erkennen, dass das Denkmal aus einer subjektiven Sicht heraus errichtet worden ist. Sie gehen der Frage nach, ob damals alle die Meinung der Initiatoren teilten. Sie suchen herauszufinden, wie wohl die Menschen gedacht haben, die direkt am historischen Ereignis beteiligt waren. Sie vergleichen mit der Meinung, die wir heute dazu haben. Mahnmale zum 2. Weltkrieg In jedem Dorf gibt es ein Mahnmal für die Opfer des 2. Weltkriegs, manchmal mit einer Tafel der Opfer. Diese Liste kann die Klasse als Ausgangspunkt nehmen für das Studium der Ereignisse auf lokalem Plan. Die Schüler befragen ältere Personen, die die Opfer gekannt hatten und die Zeugen der tragischen Ereignisse waren. Sie informieren sich in lokalen Publikationen und sammeln Dokumente und Berichte über den 2. Weltkrieg in der Heimatortschaft. Sie verfassen eine Kurzbiographie möglichst zu jedem der aufgelisteten Opfer. Zum Schluss tragen sie die Ergebnisse ihrer Nachforschungen in einer Klassenausstellung zusammen. Im Laufe der Arbeit kann der Lehrer eine Diskussion initiieren über den Sinn solcher Denkmäler. Die Schüler fragen sich, an wen das Denkmal sich wendet, was es bewirken soll. Ist so ein Denkmal notwendig? Wäre es nicht besser, die Leiden des Krieges zu vergessen? Oder warum dürfen sie nicht vergessen werden? In größeren Ortschaften stellen die Schüler eine lokale Denkmalkartei zusammen. Sie informieren sich in lokalen Publikationen. Zu jedem Denkmal veröffentlichen sie ein Foto, eine Beschreibung und einen kurzen Kommentar zu Thema und Entstehungsgeschichte. Bibliographie Denis Scuto e.a.: Entdecken und Verstehen Geschichtsbuch für den Technischen Sekundarunterricht in Luxemburg Band 3: Von der Industrialisierung bis zur Gegenwart Berlin/Luxemburg, Cornelsen Verlag und Ministère de l'Education Nationale, 1997 Katharina Weigand: Denkmäler I in: Waltraud Schreiber (Hrsg.): Erste Begegnungen mit Geschichte - Grundlagen historischen Lernens, Band 1 Neuried, Ars una, 1999 Michael Holderlein-Rein: Denkmäler II in: Waltraud Schreiber (Hrsg.): Erste Begegnungen mit Geschichte - Grundlagen historischen Lernens, Band 1 Neuried, Ars una, 1999 Wolfgang Hardtwig: Denkmal in: Klaus Bergmann e.a. (Hrsg.): Handbuch der Geschichtsdidaktik Seelze-Velber, Kallmeyer'sche Verlagsbuchhandlung, 1997
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