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Lehrerinformation
Multiperspektivität
Quellen sind notwendigerweise subjektiv, sie geben nicht das Geschehene wieder, sondern die persönliche Ansicht ihres Autors. Optimal für den Geschichtsunterricht wäre es, den Schülern Materialien zu präsentieren, die unterschiedliche Sichtweisen und Wertvorstellungen enthalten. Die Schüler sollen die voneinander abweichenden Quellen untersuchen, die Gründe der Widersprüche klären, um schließlich zu einer eigenständigen Synthese des Sachverhaltes zu kommen. Sie können dabei gegebenenfalls unterschiedlicher Auffassung sein. Das bringt sie dazu, über das behandelte Thema nachzudenken und nicht mehr kritiklos die Meinung des Lehrers oder des Buches anzunehmen.
Diese Vorgehensweise führt möglicherweise zu einer Verunsicherung vieler Schüler, die "objektiv" wissen wollen, was wirklich damals geschehen ist.Aber auch unter Historikern werden die Aussagen und Urteile zur Vergangenheit kontrovers diskutiert. Die Schüler lernen damit die geschichtswissenschaftliche Normalität kennen.
Zu vielen Themen stehen uns keine voneinander abweichenden Quellen zur Verfügung. Auch stammen die meisten Quellen von Vertretern der Herrschaftsschicht. Die anderen gesellschaftlichen Gruppen verfügten sehr oft weder über die nötige Bildung noch über die politische Möglichkeit, ihren unterschiedlichen Standpunkt darzulegen. Diese ungleichen Voraussetzungen sich zu artikulieren müssen im Unterricht mitbedacht und untersucht werden. Es muß regelmäßig nach dem Standpunkt dieser stummen Gruppen gefragt werden.
Artikulieren können die Schüler die unterschiedlichen Perspektiven in Rollenspielen. Siehe dazu das nachfolgende Kapitel "Das spielerische Element".
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