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Lehrerinformation
Der Aufbau des Zeit- und GeschichtsverständnissesZeitverständnis erfordert abstraktes Denken. Es ist daher nur natürlich, daß Primärschüler, deren Lernen von konkreten Erfahrungen ausgeht, Schwierigkeiten haben, mit der Zeit umzugehen. Von klein auf werden die Kinder mit den Zeitvorstellungen der Erwachsenen konfrontiert und müssen sich den ihnen noch unverständlichen Zeitregeln beugen. Aufgabe der Schule ist es, sie bei der Entwicklung des Zeitverständnisses zu unterstützen. Das Zeitverständnis ist Voraussetzung und Basis für den später einsetzenden Aufbau des Geschichtsverständnisses. Die Zeitstrukturen sind in der heutigen Welt noch abstrakter, noch verfeinerter, als das früher der Fall war. Kinder müssen lernen, mit den Terminplänen ihrer Eltern, mit den eigenen Terminplänen, mit dem Stundenplan der Schule, mit dem Fernsehprogramm... zu leben. Aufgabe der Schule ist es, ihnen diese Abhängigkeiten durchschaubar zu machen und ihnen ein selbständiges Umgehen mit der Zeit zu erlauben (Pünktlichkeit, Fähigkeit zur Planung...). Den Zeitlauf zu rekonstruieren ist eine zweite Etappe der schulischen Arbeit: Darstellung eines Schultages, einer Woche, eines Jahres... Das Rekonstruieren der Zeitabläufe führt unweigerlich zu einer Bewußtseinswerdung der eigenen Lebensgeschichte. Die Erinnerung, das Foto, Gegenstände aus der Vergangenheit, Fragen an Erwachsene machen die Rekonstruktion der Vergangenheit möglich. Pläne, Träume, die eigenen Erwartungen und diejenigen der Erwachsenen zeigen in die Zukunft. Der Schüler entwickelt damit ein Bewußtsein von Vergangenheit und Zukunft. Ein weiterer Schritt zum Geschichtsverständnis ist das Erfassen von Zeiten, die der Schüler selbst nicht erlebt hat, z.B. das Leben der Eltern, der Großeltern vor der eigenen Geburt. Dabei ist er vollständig auf Quellen und deren Deutung angewiesen. Die Entstehung eines Quellenbewußseins ist ein wichtiger Schritt in Richtung Geschichtsverständnis. Die natürliche Wissbegierde der Kinder wird durch das Studium und die Interpretation der Quellen gefördert. Meist sind die Kinder fasziniert von den vergangenen Ereignissen, die für sie die Aura des Fremden, des Geheimnisvollen, des Spannenden haben. In diesem Stadium gewinnt die Zeitleiste eine wichtige Bedeutung. Durch eine räumliche Darstellung wird der zeitliche Zusammenhang der behandelten Ereignisse sichtbar gemacht.
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